An den Grenzen der Autoregulation – zur Theorie der Humanmedizin

30.06.2015 | 19:00 - 22:00
Tieranatomisches Theater

Den theoretischen Überlegungen und praktischen Möglichkeiten einer im Beginn des 20. Jahrhunderts aufkeimenden angewandten Lebenswissenschaft soll sich dieser Abend widmen.
Wir wollen nachzeichnen, wie das Zusammenfließen von Physiologie, Semiotik, Kybernetik und Konstruktivismus neue und andersartige Modelle des Lebendigen entworfen hat und wie diese Modelle in der medizinischen Erfassung von Symptomen eine unmittelbare Anwendungsfläche finden.
Dabei soll im Mittelpunkt die Frage stehen wie sich der Blick auf das Lebewesen, dessen Lebensräume und deren reziproken Wechselbeziehungen verändert, wenn Körper innerhalb einer Systemtheorie der Zeichen, als “sprechende Körper” wahrgenommen werden.
Wie konfiguriert sich das Milieu aus der Perspektive eines Erkrankten? Wie werden die Äußerungen des Lebendigen innerhalb dieser Dynamik wahrgenommen und möglicherweise als krankhaft definiert?
Welche Rollen nehmen Arzt und Patient in diesen Situationskreis ein und welche Wechselwirkungen gehen diese Gefüge mit der Umgebung ein?

Referenten:

Jann Schlimme, Psychiatrische Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus

Michael Hagner, ETH Zürich

Lektüreempfehlung


Tieranatomisches Theater

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Tieranatomisches Theater
Philippstr. 12/13, Haus 3
10115 Berlin

Tieranatomisches Theater Berlin Saalansicht
Foto: Stefan Josef Müller, Berlin http://www.museumsportal-berlin.de/de/museen/tieranatomisches-theater/

Das 1790 erbaute Tieranatomische Theater ist das älteste erhaltene Lehrgebäude Berlins und ein Meisterwerk des preußischen Frühklassizismus. Es wird seit 2013 vom Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik als Raum für Ausstellungen mit Laborcharakter betrieben. Ausgehend von Forschung und Lehre an der Humboldt-Universität zu Berlin sind die Projekte der interdisziplinären Erforschung materieller Wissenskulturen und neuen Praktiken des Ausstellens gewidmet.